Riesa 2004
 
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Ein Jahr, nachdem schon zwei unserer Vereinskameraden in Riesa an diesem Wettbewerb teilnahmen, wollte ich so erste Wettbewerbserfahrungen als aktiver Pilot sammeln, und zwar mit der „wahnsinnig attraktiven“ DG 100. Martin Hölzer erklärte sich bereit, mir für diese anderthalb Wochen zur Seite zu stehen. Später tauchte auch Jan auf. Was wünscht man sich mehr, als allein zwei Helfer zu haben? – Weibliche Helfer! Mhh.

Angetreten war ich in der kleinen Klasse, wo sich auch noch eine Hundeert (aus dem Braunschweig’schen) fand. Diese hatte allerdings nach unten(!) abgeknickte Tragflächenenden. „Was bringt das außer optisch?“, fragte man uns. „Nee, odeer?!“

Tja, es begann mit dem ersten Probe-Aufbau- und Rüst-Tag, an dem sich nur einige mutige Piloten trauten, in dreieinhalb Stunden nach Oschatz (15 km) zu fliegen. Das Wetter musste aber nach mehreren Wochen frühsommerlichen Regens auch mal besser werden. Es folgten also drei Tage sehr guten Wetters über das Pfingstwochenende hinweg. Gutes Wetter bedeutet bekanntlich in der Lausitz und im Fläming, wo sämtliche Flüge hinführten, dass man lernte, durchschnittliche Bärte einfach zu ignorieren. Die Basis stieg an jedem Wertungstag auf über 2000 m an. Die Aufgaben maßen ca. 170 bis 250 Kilometer.


Während dieses Pfingstwochenendes bezogen mehrere norddeutsche Piloten samt Familie, Großfamilie und einer Menge Equipment Stellung auf dem Zeltplatz, und zwar direkt neben unseren – naja – einfachen Zelten. „Möchte noch eineer ´ne Wuust?“ Sie fuhren am Pfingstmontag wieder nach Hause, womit unsere nächsten Camping-Nachbarn wieder vom Fliegerclub Taucha stammten – sehr sympathische Leute.

Mitte der Woche zog Schlechtwetter über das schöne Sachsen hinweg. Am Donnerstag hielt sich für uns noch einmal besseres Wetter bereit. Eigentlich war es schon wieder zu gut für die knapp 150 km-Tagesaufgabe. Ein Diskus 2 aus BW landete an diesem Tag innerhalb von 3 Sekunden zweimal, und zwar einmal ohne und einmal mit ausgefahrenem Fahrwerk. Die können alles – außer hochdeutsch!

Egal, ich hab – ist es gut oder schlecht? – nicht ein einziges mal draußen gelegen. Freitag und Sonnabend waren als letzte beide mögliche Wertungstage fast komplett abgeschirmt.


Nur ein Pilot traute sich, seinen Segler fliegen zu lassen. Aber der kleine Uhu (kein Puchacz) riss sich los und landete nach mehreren Minuten getragenen Fluges im 1 Kilometer entfernten Wald. Er gilt als vermisst.


Insgesamt erreichte ich an den 4 effektiven Wertungstagen drei mal den 4. und einmal den 8. Platz. Das macht zusammen? Genau! Den Dritten.


Zur Siegerehrung gab’s dann auch ordentliche Preise. Doch zuerst sorgten Sebastian und Stefan mit ihrer Ankunft in der HB für eine kurze Unterbrechung der Feierlichkeiten. Es galt, dieses ungewöhnliche Flugzeug noch in der Flugzeughalle unterzubekommen – ein Spaß! Als weiteres Highlight des Abends wurde Swantje Geyer (ASH 25) als erste ihrer Klasse mit niegelnageneuen Reifen von Pneumant geehrt. Wir alle schlossen sie in unser Herz, als sie es den Anwesenden auch noch ermöglichte, das Bier kostenlos zu genießen.


Alles in allem hat es uns gut gefallen. Die Organisation stimmte, Wettbewerbs- und Flugleitung war sehr qualifiziert. Nur die Ausbeute an Flugtagen hätte – was am Wetter lag – etwas größer sein können.

Dafür konnte man selbst auf diesem netten kleineren Wettbewerb sämtliche deutsche Dialekte studieren. Wir fielen da gar nicht so auf, obwohl wir die einzigen Sachsen-Anhaltiner darstellten.

Stellt sich am Ende nur noch eine Frage: Ist das nun die NULL EINS oder die OSCAR EINS???

Volker Naumann

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